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Erektile Dysfunktion
Ursachen von Erektionsstörungen
Die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Erektion ist ein komplexer Vorgang, bei dem viele Einzelvorgänge nahtlos zusammenwirken müssen. Um die vielen Möglichkeiten zu erkennen, die eine befriedigende Erektion verhindern können, muss man sich einmal klarmachen, wie eine Erektion entsteht Sinnliche Reize werden im Gehirn aufgenommen und bewertet.
- Vom Gehirn werden Nervenimpulse über das autonome Nervensystem (Parasympathikus) an den Penis gesendet.
- An den Nervenenden werden Neurotransmitter freigesetzt, die über eine komplexe biochemische Reaktionskette eine Erschlaffung der glatten (nicht willkürlich beeinflussbaren) Schwellkörpermuskulatur bewirken.
- Durch das Erschlaffen der Schwellkörpermuskulatur werden die Hohlräume in den Schwellkörpern (corpora cavernosa) größer und Blut strömt ein.
- Das einströmende Blut bewirkt eine Vergrößerung (Tumeszenz) des Penis. Da die Schwellkörper von einer festen Haut (Tunica albuginea) umgeben sind, werden durch die Ausdehnung der Schwellkörper die Venen komprimiert. Damit wird der Blutabfluss stark gedrosselt.
- Die vollständige Versteifung (Rigidität) wird durch eine Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur (Mm. ischiocavernosi) erreicht. Dabei entstehen in den Schwellkörpern Blutdruckwerte, die größer als 400 mm Hg sein können.
Dieser Ablauf kann an vielen Stellen gestört sein. Dafür können körperliche (organische, physische) und seelische (psychische) Ursachen verantwortlich sein. Generell geht man heute davon aus, dass Erektionsstörungen meist multifaktoriell bedingt sind, also mehr als eine Ursache haben. Besonders eine klare Unterscheidung, ob Erektionsprobleme entweder organisch oder psychisch bedingt sind, ist in vielen Fällen nicht möglich. Oft liegen organische und psychische Ursachen vor. Da in unserer Gesellschaft Männlichkeit mit Potenz gleichgesetzt wird, führen auch ursprünglich rein organisch verursachte Erektionsstörungen fast immer zu psychischen Problemen (Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls, Vermeidung von sexuellen Aktivitäten, Versagensangst), die ihrerseits die Erektionsstörung verstärken und aufrecht erhalten können. Besonders die Versagensangst führt schnell in einen Teufelskreis, aus dem der Mann ohne Hilfe keinen Ausweg findet: Angst und intensive Selbstbeobachtung verhindern eine ausreichende Erektion, und das Erleben dieses "Versagens" erhöht die Angst. Eine moderne Behandlung der erektilen Dysfunktion wird daher auch bei erkennbaren organischen Ursachen die psychischen Probleme nicht aus dem Blick verlieren und gegebenenfalls parallel behandeln.
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